An die Wolken
Und immer wieder, wenn ich mich müde gesehn an der Menschen Gesichtern, so vielen Spiegeln unsäglicher Torheit, hob ich das Aug über die Häuser und Bäume empor zu euch, ihr ewigen Gedanken des Himmels.

Ach ja: Wer, fasziniert vom Spiel der Wolken über sich, schon einmal dem Rauschen des Meeres gelauscht hat, wird diese Sehnsucht nach Entgrenzung nicht wieder los.
Und wer die Morgensternsche Müdigkeit in sich gespürt hat, der kennt dies Sehnen, Samenkorn im ewigen Kreislauf des Werden und Vergehens zu sein.

Und eure Größe und Freiheit erlöste mich immer wieder, und ich dachte mit euch über Länder und Meere hinweg und hing mit euch überm Abgrund Unendlichkeit und zerging zuletzt wie Dunst, wenn ich ohn’ Maßen den Samen der Sterne fliegen sah über die Äcker der unergründlichen Tiefen.
Christian Morgenstern

Doch wenn sich unzählig viele Sandkörner nass und kalt in allen Ritzen und  Poren an Haut und Haaren reiben, sing ich, erdenschwerer Mensch, ein  Loblied auf die warme Dusche..

An die Wolken

Und immer wieder,
wenn ich mich müde gesehn
an der Menschen Gesichtern,
so vielen Spiegeln
unsäglicher Torheit,
hob ich das Aug
über die Häuser und Bäume
empor zu euch,
ihr ewigen Gedanken des Himmels.

Ach ja: Wer, fasziniert vom Spiel der Wolken über sich, schon einmal dem Rauschen des Meeres gelauscht hat, wird diese Sehnsucht nach Entgrenzung nicht wieder los.

Und wer die Morgensternsche Müdigkeit in sich gespürt hat, der kennt dies Sehnen, Samenkorn im ewigen Kreislauf des Werden und Vergehens zu sein.

Und eure Größe und Freiheit
erlöste mich immer wieder,
und ich dachte mit euch
über Länder und Meere hinweg
und hing mit euch
überm Abgrund Unendlichkeit
und zerging zuletzt
wie Dunst,
wenn ich ohn’ Maßen
den Samen der Sterne
fliegen sah
über die Äcker
der unergründlichen Tiefen.

Christian Morgenstern

Doch wenn sich unzählig viele Sandkörner nass und kalt in allen Ritzen und Poren an Haut und Haaren reiben, sing ich, erdenschwerer Mensch, ein Loblied auf die warme Dusche.
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